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Cloud Computing - Wie es geht

Im Prinzip funktioniert die Cloud wie die Abnahme von Strom, Gas und Wasser. Man bezieht (mietet) zu einem definierten Preis eine bestimmte Leistung. Von einem starken Partner, der vertrauenswürdig ist und dem man zutraut, dass er diese sehr wichtigen Services immer in einer hohen Qualität und einer ausreichenden Menge zur Verfügung stellen kann. Dabei sollte nur ganz, ganz selten etwas schiefgehen. Und passiert dennoch etwas, dann muss der Fehler innerhalb kürzester Zeit beseitigt sein.

Im Gegenzug muss der Unternehmer lediglich nur noch eine Basis-„Haustechnik“ bereithalten, das heißt, eine eigene Stromerzeugung oder der Brunnen hinter dem Haus sind nicht mehr notwendig.

Im Falle des Cloud-Computings sind dies ein handelsüblicher DSL-Internetanschluss und die Geräte, mit denen die Leistungen (Software) abgerufen werden sollen, etwa PCs, Smartphones oder Tablet-PCs - mehr nicht. Über das Internet „schickt“ der Anbieter dann die Software in das Unternehmen, genauso wie ein Energieversorger.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal des Cloud-Computings liegt in seiner Darreichungsform. Man unterscheidet hierbei zwischen drei Merkmalen: „Public Cloud“ (öffentlich), „Private Cloud“ (alleinige Nutzung) und „Hybrid Cloud“. Um im Beispiel des Energieunternehmens zu bleiben: „Eine Wasserversorgung für alle“ (public), „Eine Wasserleitung nur für uns alleine“ (private), „Wir nutzen eine Mischform aus public und private“ (Hybrid).

Begründen lassen sich diese Unterschiede mit den Anforderungen der Cloudnutzer: In der Regel reicht selbst für Unternehmen der Bezug aus der Public Cloud. Lediglich für hochsichere Anwendungen empfiehlt sich der Einsatz der anderen Nutzungsformen. Hier besteht gewissermaßen eine 1-zu-1-Beziehung zwischen Lieferant und Kunde. Grundsätzlich gilt allerdings: Ein seriöser Anbieter von Cloud-Computing sorgt auch bei seinen Public-Cloud-Angeboten für maximale Sicherheit und technische Stabilität.

Mietsoftware (Software as a Service, SaaS) ist die häufigste Nutzungsart der Cloud. Programme für das Kundenmanagement (CRM, Customer Relationship Management), Finanzprogramme aber selbst komplette betriebswirtschaftliche Lösungen können Unternehmen dabei aus der Cloud benutzen.

Prinzip: Die Berechnungen finden auf dem Großrechner des Anbieters statt, der Kunde nutzt seinen Rechner dann nur noch gewissermaßen als „Sichtgerät“. Selbstverständlich kann er mit dieser Software aber auch Dinge tun, die er mit einem fest installierten Programm erledigen würde, wie etwa Speichern oder Drucken.

Größere Unternehmen, die ein eigenes Rechnernetz (Server) in ihrem Unternehmen haben, können zudem Hardware mieten (Infrastructure as a Service, IaaS). Beispiel: Ein Handelsunternehmen mit Webshop, das den meisten Umsatz im Weihnachtsgeschäft macht. Dieses kann dann etwa von Oktober bis Ende Dezember zusätzliche Server buchen, damit der Onlineshop nicht unter der Last an Bestellungen zusammenbricht und sich alle Kunden pünktlich und zuverlässig bedienen lassen.

Im Mittelstand eher noch ein Exot ist die Variante, dem Kunden eine Entwicklungsplattform (Platform as a Service, PaaS) zur Verfügung zu stellen. PaaS richtet sich also an Unternehmen, die beispielsweise eine eigene betriebswirtschaftliche Software programmiert haben und die dann und wann eine „Teststrecke“ brauchen, um etwa neue Versionen zu prüfen, bevor sie in den laufenden Betrieb integriert werden.

Mietsoftware (Software as a Service) ist die häufigste Nutzungsart im Cloud Computing. Dafür brauchen Unternehmen in der Regel nicht mehr als einen stabilen Internetanschluss und einen Computer mit Internetbrowser (Internet Explorer, Google Chrome oder Mozilla Firefox etwa). Das kann ein handelsüblicher PC sein, aber auch ein modernes Tablet oder das handliche Smartphone. Damit greift der Kunde auf die Software zu. Für ein eventuell notwendiges Speichern von Daten reichen dann herkömmliche fest installierte oder mobile Festplatten. Allerdings ist es üblich, dass der Anbieter auch abgesicherten Speicherplatz in der Cloud anbietet, so dass selbst diese Option wegfallen kann.

Erst wenn der Anwender umfangreichere Cloudservices wie IaaS oder PaaS nutzen will, sind in der Regel Server notwendig. Dasselbe gilt für größere Unternehmen, die hybride Lösungen einsetzen. Ein Beispiel wären Programme mit sensiblen Kundeninformationen, die die Firmenrechner nicht verlassen sollen. Dann „teilen“ sich die Cloudsoftware und die fest installierte die Aufgaben.

Selbstverständlich sollte in sämtlichen Anwendungsszenarien sein, dass alle Rechner über ein Mindestmaß an Sicherheitssoftware verfügen. Dazu gehören ein Virenscanner, der regelmäßig aktualisiert wird und eine so genannte Firewall, die das Eindringen von unberechtigten Dritten verhindern soll. 

Organisation - Was Sie beachten müssen

Auch hinsichtlich der Abrechnung ähnelt Cloud Computing anderen, leitungsgebundenen Angeboten. Die Verträge haben zumeist eine klar definierte Laufzeit. In der Regel kostet Cloud Computing eine monatliche Miete.

Die Feinheiten bei der Preisgestaltung treten bei den technischen Details zu Tage. So existieren etwa Cloudangebote, bei der pro „Named User“ abgerechnet wird, im Gegensatz dazu existiert die Preisvariante „Concurrent User“.

Das heißt: Das Named-User-Modell ist personengebunden, bei dem jeder Firmenmitarbeiter, namentlich beim Dienstleister eingetragen, Zugriff auf die Software hat. Hingegen das Concurrent-User-Lizenzmodell ein Mehrbenutzer-Vertrag ist. Also kann Cloud-Software mit einer Lizenz für beispielsweise fünf Concurrent-User von durchaus zehn Mitarbeitern insgesamt genutzt werden. Allerdings können zu jedem Zeitpunkt nur maximal fünf Mitarbeiter darauf zugreifen.

Eine Software mit einer Lizenz für fünf Named-User hingegen, kann ausschließlich von den maximal fünf registrierten, namentlich eingetragenen Mitarbeitern genutzt werden.

Ideal für Unternehmer: klein einsteigen und Lizenzen bei Bedarf dazu buchen. Die meisten Softwareanbieter ermöglichen das innerhalb von kurzen Zeiträumen.

Fakt ist: Seriöse Cloudanbieter wissen um deren Bedeutung und haben deshalb Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die in der Regel bereits deutlich über den Sicherheitsstandards kleiner und mittlerer Unternehmen liegen. Letztlich ist es aber auch wie bei jedem anderen Vertragsabschluss: Ohne Vertrauen kein gutes Geschäft!

Was den Datenschutz angeht, unterscheiden sich viele Angebote jedoch immens. So sollten Unternehmen darauf pochen, dass ihr Vertragspartner deutsches Recht anwendet und sich dessen Rechenzentren bestenfalls in Deutschland oder der Schweiz befinden.

Wie bereits hier im Abschnitt zu Preismodelle erwähnt, sind die vertraglichen Rahmenbedingungen des Cloud Computings etwas, mit dem sich Chefs vor Vertragsabschluss intensiver beschäftigen sollten.

In der IT spricht man von Skalierbarkeit, wenn die Software mit dem Unternehmen wachsen kann. Es muss also nicht nur gewährleistet sein, dass der Kunde zu einem adäquaten Preis auch langfristig Lizenzen dazukaufen kann. Sondern dass die Programme auch tadellos mit steigenden Auftragsvolumina beispielsweise oder einem wesentlich größeren Kundenstamm umgehen können und nicht an ihre Grenzen stoßen. Anders ausgedrückt: vom Ein-Mann-Unternehmen zur mittelständischen GmbH darf kein Problem sein. Im Umkehrschluss sollte auch der Cloudanbieter ein Mindestmaß an Investitionssicherheit vermitteln und kein Ein-Mann-Unternehmen sein.

Vorteile - was mir Cloud Computing bringen kann

Der Erfolg eines Cloud-Anbieters steht und fällt mit seiner Zuverlässigkeit. Deshalb achten ernsthafte Dienstleister penibel auf eine fortlaufende Aktualisierung ihrer Programme hinsichtlich der IT-Sicherheit. Gleiches gilt für die technische Zuverlässigkeit und die Datensicherheit schlechthin. Vergleichbar sind diese Standards mit der IT-Sicherheit von Banken und Versicherungen.

Gesetzliche Bestimmungen, die eingearbeitet werden müssen? Oder neue Prozesse wie etwa der einheitliche europäische Zahlungsraum SEPA? Im Falle von Cloud Computing muss dies einen Nutzer nicht sorgen, darum kümmert sich immer der Anbieter. Der Kunde bezahlt für eine Leistung - und diese besteht nicht aus selbstständiger Wartung, ganz einfach. Gleiches gilt für Programmausfälle, diese sind nicht vorgesehen.

Heute zehn Mitarbeiter und morgen bereits 20, die auf ein und dieselbe Software zugreifen müssen? Das ist dank der Cloud kein Problem, ebenso darf der Dienstleister angesichts wachsender Speicheranforderungen nicht in die Knie gehen. Kurz und gut: Gute Cloud-Software wächst mit dem Unternehmen problemlos mit.

Der offenkundigste Vorteil: Cloud-Software benötigt lediglich einen Internetanschluss und einen Browser, so dass man in der Regel nicht nur mit jedem beliebigem Gerät darauf zugreifen kann, sondern dank W-LAN und Mobilfunk auch von jedem Ort. Das beschleunigt Abläufe und macht Arbeitsprozesse geschmeidiger. Wer einmal den Papierkram der Woche vor der Rückkehr ins Büro bereits aus dem Hotelzimmer erledigen konnte, möchte diese Art des Arbeitens nicht mehr missen.

Anbieter von Cloud Software müssen einen großen Kundenstamm haben, damit sich das Geschäft für sie lohnt. Deshalb können sie sich „rückständige“ Produkte gar nicht erst leisten. Chefs, die Mietsoftware einsetzen, können sich also darauf freuen, technisch immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Weitere Infos

http://www.it-gipfel.de/IT-Gipfel/Redaktion/PDF/cloud-computing,property=pdf,bereich=itgipfel,sprache=de,rwb=true.pdf

Ein Ratgeber des Wirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2011. Mitunter etwas überholt, die grundlegenden Details sind allerdings immer noch gut erläutert.

http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Leitfaden_Eckpunkte_Sicheres_Cloud_Computing_13.03.13.pdf

Ein ähnliches Dokument, speziell für kleine- und mittlere Unternehmen, von 2013

http://www.kpmg.com/de/de/bibliothek/2014/seiten/cloud-monitor-2014.aspx

Die gemeinsame Cloud-Studie des Branchenverbands BITKOM und der Unternehmensberatung KPMG zeigt, wie es um den Cloud-Einsatz in deutschen Unternehmen steht

http://www.eurocloud.de/

Für technisch versiertere Leser hält die Seite der Initiative Euro Cloud zahlreiche weiterführende Infos bereit

Ebenfalls eher für technisch interessierte Leser, das Grundlagenpapier des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik